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Eine Webseite kann in Google unsichtbar sein, ohne dass man ihr das ansieht. Sie lädt, sie sieht gut aus, sie funktioniert. Im Kopf des Quelltextes steht nur eine Zeile zu viel, und die sagt jeder Suchmaschine, dass diese Seite nicht in die Ergebnisse gehört.
Genau dafür gibt es SeeRobots, eine kostenlose Erweiterung für Chrome und Firefox. Sie sitzt neben der Adressleiste und zeigt als Farbfeld, woran man sonst nur im Quelltext kommt.
Was index und noindex bedeuten
Zwei Anweisungen stecken in dieser Zeile, und sie werden oft verwechselt.
Index oder noindex entscheidet über die Seite selbst. Index heißt, die Suchmaschine darf sie in ihren Bestand aufnehmen und in den Ergebnissen zeigen. Noindex heißt, sie soll es lassen. Für Besucher ändert sich nichts, die Seite bleibt normal erreichbar. Sie taucht nur in der Suche nicht auf.
Follow oder nofollow entscheidet über die Links auf dieser Seite. Follow heißt, die Suchmaschine darf ihnen folgen und die Empfehlung weiterreichen. Nofollow heißt, sie soll das nicht tun.
Index und follow sind der Normalzustand. Wer nichts angibt, bekommt beides automatisch, die Angabe ist also nur dann nötig, wenn man etwas verbieten will. Die vollständigen Regeln stehen in der Dokumentation von Google.
Die Anweisung kann an zwei Stellen stehen. Entweder als Meta-Tag im Kopf der Seite, dort findet man sie im Quelltext. Oder als X-Robots-Tag im HTTP-Header, und der ist im Quelltext unsichtbar. Man sieht ihn nur mit den Entwicklerwerkzeugen oder eben mit einem Werkzeug wie diesem.
Was SeeRobots anzeigt
Nach der Installation erscheint ein zweigeteiltes Feld neben der Adressleiste. Die linke Hälfte steht für index, die rechte für follow.
| Anzeige | Bedeutung |
|---|---|
| beide Hälften grün | index, follow. Alles erlaubt, der Normalfall |
| beide Hälften rot | noindex, nofollow. Vollständig gesperrt |
| links grün, rechts rot | index, nofollow |
| links rot, rechts grün | noindex, follow |
Ein Klick auf das Feld öffnet die ausgeschriebene Fassung und zeigt zusätzlich den X-Robots-Tag aus dem HTTP-Header, sofern einer gesetzt ist. Das ist der eigentliche Mehrwert gegenüber einem Blick in den Quelltext, denn diese Variante sieht man dort nicht.
Die Erweiterung hat laut Extpose rund 10.000 Installationen bei einer Bewertung von 3,97 aus 34 Stimmen, zuletzt aktualisiert im Februar 2024. Entwickelt wird sie von einer Berliner SEO-Agentur. Die Firefox-Fassung ist älter und steht unter der Mozilla Public License 2.0.
Ein Wort zur Haltbarkeit: Chrome hat im Juli 2025 alle Erweiterungen nach dem alten Manifest V2 abgeschaltet. Dass SeeRobots weiterhin läuft, heißt also, dass sie auf dem aktuellen Stand ist.
Wofür sich SeeRobots wirklich lohnt
Der Alltagsnutzen ist überschaubar, solange alles stimmt. Interessant wird das Werkzeug in genau einem Moment, und der kostet erfahrungsgemäß richtig Geld.
Beim Relaunch einer Webseite arbeitet man wochenlang auf einer Testfassung, die ausdrücklich nicht in Google auftauchen soll. Also setzt man sie auf noindex. Bei WordPress genügt dafür ein Häkchen unter Einstellungen, Lesen: „Suchmaschinen davon abhalten, diese Webseite zu indexieren.” Am Tag des Umzugs denkt man an Weiterleitungen, an die Domain, an das Zertifikat und an das Impressum. An dieses eine Häkchen denkt niemand.
Die Webseite geht live, sieht perfekt aus, und drei Wochen später fragt der Kunde, warum er bei Google nicht mehr zu finden ist. Bis dahin sind die alten Rankings weg, und sie kommen nicht am nächsten Tag zurück.
Mit der Erweiterung dauert die Kontrolle zwei Sekunden. Rotes Feld heißt, es geht so nicht live. Ich prüfe damit nach jedem Livegang, und zwar nicht nur die Startseite, sondern auch eine Unterseite, einen Ratgeber-Beitrag und eine Leistungsseite, weil die Regel je Seitentyp unterschiedlich gesetzt sein kann.
Wo noindex richtig ist
Noindex ist kein Fehler, sondern ein Werkzeug. Sinnvoll ist es überall dort, wo eine Seite existieren muss, aber in den Suchergebnissen nichts verloren hat.
- Danke-Seiten nach einem abgeschickten Formular
- Interne Übersichten, Testseiten, Vorschauen
- Dünne Seiten ohne eigenen Inhalt, etwa reine Weiterleitungsziele
- Filter- und Sortier-Adressen in Shops, die denselben Inhalt in zwanzig Varianten zeigen
So halte ich es auch mit Seiten, die noch im Bau sind: erst noindex, und beim Freischalten wird beides zusammen umgestellt. Denn eine Seite mit noindex gehört auch aus der Sitemap heraus. Sie dort anzumelden und ihre Aufnahme im selben Atemzug zu verbieten, ist ein Widerspruch, den man sich sparen kann.
Was SeeRobots nicht kann
Zwei Grenzen gehören dazu, sonst verlässt man sich auf etwas, das die Frage gar nicht beantwortet.
Erstens zeigt die Erweiterung nur die Anweisung, nicht das Ergebnis. Ob Google die Seite tatsächlich aufgenommen hat, steht dort nicht. Eine Seite kann auf index stehen und trotzdem nicht im Index sein, etwa weil Google sie für zu dünn hält oder gar nicht erst gefunden hat. Diese Antwort gibt nur die Google Search Console über die URL-Prüfung. Zur Indexierung gehört mehr als die Erlaubnis dazu.
Zweitens berichten mehrere Nutzer in den Bewertungen, dass die Erweiterung Seiten doppelt lädt. Auf Anmeldeseiten, die je Aufruf einen Sitzungs-Token erzeugen, kann das die Anmeldung stören. Wer damit auf Fehlersuche in einem eingeloggten Bereich geht, sollte das im Hinterkopf behalten und die Erweiterung im Zweifel kurz abschalten.
Für den Zweck, für den ich sie nutze, ist beides verkraftbar. Ein Farbfeld, das nach jedem Livegang sofort zeigt, ob die Webseite überhaupt gefunden werden darf, ersetzt keine SEO-Betreuung, verhindert aber einen der teuersten und zugleich dümmsten Fehler im Geschäft.
Quellen
Häufige Fragen zu noindex und SeeRobots
Was bedeutet noindex?
Noindex ist eine Anweisung an Suchmaschinen, eine Seite nicht in den Suchindex aufzunehmen. Sie steht entweder als Meta-Tag im Kopf der Seite oder als X-Robots-Tag im HTTP-Header. Die Seite bleibt für Besucher normal erreichbar, sie taucht nur in der Suche nicht auf. Index ist der Normalzustand und muss nicht extra angegeben werden.
Was ist der Unterschied zwischen noindex und nofollow?
Noindex betrifft die Seite selbst: Sie soll nicht in die Suchergebnisse. Nofollow betrifft die Links auf dieser Seite: Ihnen soll die Suchmaschine nicht folgen und keine Empfehlung weitergeben. Beides lässt sich frei kombinieren, üblich sind index und follow für normale Seiten und noindex und follow für interne Seiten, deren Links trotzdem verfolgt werden dürfen.
Was kostet SeeRobots?
Nichts. Die Erweiterung ist im Chrome Web Store und als Firefox-Add-on kostenlos, die Firefox-Fassung steht unter der Mozilla Public License 2.0. Sie braucht Zugriff auf die Browser-Tabs und auf Daten aller Webseiten, weil sie den Quelltext und die Kopfzeilen der geöffneten Seite auslesen muss.
Zeigt SeeRobots, ob meine Seite bei Google im Index ist?
Nein, und das ist die wichtigste Grenze. Die Erweiterung liest nur die Anweisung, die auf der Seite steht. Ob Google sie befolgt hat und ob die Seite tatsächlich im Index gelandet ist, steht nur in der Google Search Console unter der URL-Prüfung. Beides zusammen ergibt erst das vollständige Bild.
Warum steht meine ganze Webseite plötzlich auf noindex?
Der häufigste Grund bei WordPress ist ein Häkchen unter Einstellungen und Lesen mit dem Text, Suchmaschinen davon abhalten diese Webseite zu indexieren. Es wird während der Bauphase gesetzt und beim Livegang vergessen. Zweithäufigste Ursache ist eine Vorlage oder ein Plug-in, das die Regel für einen ganzen Seitentyp setzt.