Ahrefs ist eines der bekanntesten SEO-Tools, und lange auch eines der teuersten. Der günstigste feste Plan kostet 119 € im Monat, die großen Pakete gehen in die Hunderte. Kein Wunder, dass viele kleine Unternehmen es für Profi-Spielzeug halten und gar nicht erst reinschauen.
Dabei stimmt dieses Bild nicht mehr. In Ahrefs steckt ein vollwertiges, kostenloses SEO-Tool für die eigene Seite. Seit Anfang 2026 gibt es dazu eine professionelle SEO-Analyse schon für 27 € im Monat, und ein kostenloses Besucher-Tracking ganz ohne Cookie-Banner. Genau diese drei Dinge schaue ich mir hier an, aus der Sicht von jemandem, der eine Firmenwebseite hat und wissen will, was sich davon lohnt.
Was Ahrefs überhaupt macht
Kurz für alle, die den Namen nur halb kennen: Ahrefs ist ein Werkzeug für SEO. Es lässt einen eigenen Crawler durchs Netz laufen, ähnlich wie Google, und baut daraus eine riesige Datenbank auf: welche Seite von wo verlinkt wird, für welche Suchbegriffe eine Seite bei Google auftaucht, wie viel Besucher das ungefähr bringt. Daraus beantwortet es Fragen, die man sonst nur raten kann: warum der Wettbewerber vor dir rankt, über welche Begriffe Leute auf deine Seite kommen, wer dich verlinkt und ob das ein guter Link ist.
Ein Wert, der dir bei Ahrefs ständig begegnet, ist das Domain Rating, kurz DR. Es schätzt auf einer Skala von 0 bis 100, wie stark das Backlink-Profil einer Domain ist. Kein offizieller Google-Wert, aber ein brauchbarer Anhaltspunkt, um Seiten miteinander zu vergleichen.
Ahrefs Webmaster Tools: das kostenlose SEO-Tool
Der Teil, den kaum jemand kennt: Die Ahrefs Webmaster Tools sind dauerhaft kostenlos. Voraussetzung ist, dass du deine Seite einmal als deine bestätigst, so wie du das von der Google Search Console kennst. Danach bekommst du für deine eigene Seite drei nützliche Werkzeuge:
- Site Audit: Ahrefs crawlt deine komplette Seite und listet technische Schwächen auf, von kaputten Links über fehlende Seitentitel bis zu langsamen Ladezeiten. Eine Art TÜV-Bericht für deine Webseite.
- Site Explorer: zeigt dir dein eigenes Backlink-Profil, für welche Keywords du bei Google rankst und wie viel Traffic dir das schätzungsweise bringt.
- Rank Tracker: verfolgt über die Zeit, auf welchen Positionen deine Seite für ausgewählte Suchbegriffe steht.
Für einen kleinen Betrieb ist das erstaunlich viel. Du siehst schwarz auf weiß, wo deine Seite technisch hakt, wer dich verlinkt und welche Begriffe dir Besucher bringen. Der Haken: Die kostenlosen Webmaster Tools drehen sich um deine eigenen, bestätigten Seiten. Ausführlich beim Wettbewerb schauen kannst du damit nicht. Genau da setzt der nächste Schritt an.
Die Google Search Console lohnt daneben trotzdem weiter, beide ergänzen sich gut: Google zeigt dir deine echten Klicks und Suchanfragen, Ahrefs die Backlinks und die Einordnung im Wettbewerb.
Die Ahrefs SEO Toolbar: ein kostenloses Addon für den Browser
Noch ein Teil, der nichts kostet: die Ahrefs SEO Toolbar. Das ist eine kostenlose Erweiterung für Chrome, Firefox und Safari. Einmal installiert, sitzt sie als kleines Symbol im Browser und zeigt dir zu jeder Seite, die du gerade offen hast, die wichtigsten SEO-Daten auf einen Klick.
Kostenlos bekommst du damit einen ganzen Werkzeugkasten für die Seite vor dir:
- Den On-Page-Check: Seitentitel, Meta-Description, Wortanzahl und die Überschriften-Struktur auf einen Blick.
- Alle Links einer Seite hervorheben und filtern, kaputte Links und Weiterleitungsketten aufspüren, auch solche über JavaScript.
- Die Indexierungs-Signale prüfen: Canonical-Tag, noindex, nofollow, hreflang sowie die Vorgaben aus robots.txt und Sitemap.
- Fehlende Alt-Texte bei Bildern finden und die HTTP-Header einer Seite lesen.
- Die Seite so ansehen, wie ein Suchmaschinen-Bot sie sieht, indem du Gerät oder User-Agent umschaltest.

Für eine schnelle Prüfung der eigenen Seite oder einen Blick auf einen Wettbewerber reicht das oft schon aus, und zwar ohne einen Cent. Richtig rund wird die Toolbar mit einem bezahlten Zugang, also ab dem 27-€-Starter. Dann blendet sie zusätzlich die Ahrefs-Kennzahlen direkt ein: das Domain Rating, die Zahl der Backlinks und verweisenden Domains, den geschätzten Such-Traffic, sogar in den Google-Ergebnissen neben jedem Treffer. Du googelst ein Thema und siehst sofort, wie stark die Seiten sind, die vor dir ranken.
Professionelle SEO-Analyse schon für 27 € im Monat
Lange gab es zwischen dem kostenlosen Zugang und dem 119-€-Plan nichts. Seit Anfang 2026 schließt der Starter-Plan diese Lücke, für 27 € im Monat (in den USA 29 $). Ahrefs hat damit den Einstiegspreis um rund 70 % gesenkt.
Der entscheidende Unterschied zum kostenlosen Zugang: Mit Starter kannst du Site Explorer und Keywords Explorer auf jede beliebige Domain loslassen, nicht nur auf deine eigene. Das ist der Punkt, an dem aus dem Werkzeug eine echte SEO-Analyse wird. Du gibst die Adresse eines Wettbewerbers ein und siehst, für welche Begriffe er rankt und wer ihn verlinkt. Oder du tippst ein Thema in den Keywords Explorer und bekommst hunderte verwandte Suchbegriffe samt geschätztem Suchvolumen, das Material, aus dem gute Inhalte entstehen.
Was du für die 27 € bekommst:
- Unbegrenzt viele eigene, bestätigte Projekte
- 50 Keywords im Rank Tracker
- 5.000 Crawl-Credits im Monat fürs Site Audit
- Site Explorer und Keywords Explorer für jede Domain
Und die Grenzen, damit du nicht enttäuscht bist:
- Maximal 250 Zeilen pro Report. Bei einer großen Seite siehst du also nur die Spitze der Liste.
- Nur ein Monat historische Daten, keine langen Zeitverläufe.
- Kein zweiter Nutzer, keine Credits nachkaufbar, nur monatliche Zahlung.
Für wen das passt: für Selbstständige und kleine Unternehmen, die ihre eigene Seite verbessern und gelegentlich beim Wettbewerb schauen wollen. Wer den ganzen Tag mit SEO arbeitet oder tief in große Datenmengen will, stößt schnell an die 250-Zeilen-Grenze und braucht früher oder später Lite. Für alle anderen sind 27 € ein fairer Preis, um die Daten überhaupt erst zu sehen.
Ahrefs Web Analytics: Besucherzahlen ohne Cookie-Banner
Der aus meiner Sicht unterschätzteste Teil, und der einzige, den ich hier aus eigener Erfahrung beschreibe: Diese Seite misst ihre Besucher mit Ahrefs Web Analytics. Es ist kostenlos für bis zu eine Million Seitenaufrufe im Monat pro Seite, und du kannst beliebig viele Seiten anlegen.
Das Besondere ist die Technik dahinter. Das Tool arbeitet komplett ohne Cookies und speichert keine personenbezogenen Daten. Die IP-Adresse eines Besuchers wird sofort verworfen, statt sie zu speichern. Um trotzdem zu zählen, wie viele verschiedene Menschen da waren, bildet Ahrefs einen anonymen Fingerabdruck aus IP, Browser und einem täglich wechselnden Zufallswert. Am nächsten Tag ist dieser Wert weg. Eine Wiedererkennung über mehrere Tage oder über andere Webseiten hinweg ist damit ausgeschlossen.
Für dich als Seitenbetreiber hat das eine handfeste Folge: Weil keine einwilligungspflichtigen Cookies gesetzt werden, brauchst du für dieses Tracking kein Cookie-Banner. Das ist mehr wert, als es klingt. Banner nerven Besucher, kosten Zustimmung und damit Daten, und wirklich rechtssicher umzusetzen sind sie auch nicht. Ein Werkzeug, das von vornherein ohne auskommt, nimmt dir das ganze Thema ab.
Was du zu sehen bekommst, reicht für die meisten Firmenseiten locker: Besucher, Sitzungen, Seitenaufrufe, die beliebtesten Seiten, woher die Leute kommen, aus welchem Land und mit welchem Gerät. Es ist kein Vergleich zur Datenflut von Google Analytics. Ein normaler Betrieb braucht aber genau diese Handvoll Zahlen und selten mehr. Eingebaut ist es in Minuten, über eine einzige Zeile im Kopf der Seite.
Ein Stück Ehrlichkeit gehört dazu: „Ohne Cookie-Banner” heißt nicht automatisch „mit dem Datenschutz nichts mehr zu tun”. Ahrefs ist ein Anbieter außerhalb der EU, und den Einsatz solltest du in deiner Datenschutzerklärung benennen. Der Vorteil bleibt: Du sparst dir das Banner und die Einwilligung, weil keine personenbezogenen Cookies im Spiel sind. Genau deshalb setze ich es hier ein.
Für wen sich welcher Zugang lohnt
Damit du nicht lange abwägen musst, die Kurzfassung:
- Du willst nur wissen, wie viele Besucher deine Seite hat, ohne Cookie-Banner: Ahrefs Web Analytics, kostenlos.
- Du willst deine eigene Seite technisch prüfen und deine Backlinks sehen: die kostenlosen Webmaster Tools, dazu die SEO Toolbar fürs schnelle Prüfen im Browser. Beides gratis.
- Du willst beim Wettbewerb schauen und Keywords recherchieren: der Starter-Plan für 27 €.
- Du arbeitest täglich und tief mit SEO: dann führt an Lite (119 €) oder höher kein Weg vorbei.
Fazit
Ahrefs ist längst nicht mehr nur das teure Profi-Werkzeug, für das es viele halten. Als kostenloses SEO-Tool deckt es deine eigene Seite ab, eine professionelle SEO-Analyse mit Blick auf den Wettbewerb gibt es schon für 27 € im Monat, und die Besucherzahlen liefert das cookielose Web Analytics gratis. Für einen kleinen Betrieb steckt der meiste Nutzen also genau in den günstigen Teilen. Wenn du beim Thema Sichtbarkeit ohnehin nicht weiterkommst, ist das ein günstiger Startpunkt. Und wenn du lieber jemanden hast, der die Zahlen deutet und daraus konkrete Schritte macht, ist genau das meine SEO-Optimierung.
Häufige Fragen
Ist Ahrefs wirklich kostenlos?
Teilweise ja. Die Ahrefs Webmaster Tools sind dauerhaft kostenlos, sobald du deine Seite als deine bestätigt hast, und decken deine eigene Seite ab (Site Audit, Backlinks, Rankings). Auch Ahrefs Web Analytics ist kostenlos, bis zu einer Million Seitenaufrufe pro Monat und Seite. Das volle Werkzeug mit Wettbewerbs- und Keyword-Recherche kostet ab 27 € im Monat (Starter-Plan).
Was ist der Unterschied zwischen den Webmaster Tools und dem Starter-Plan?
Die kostenlosen Webmaster Tools drehen sich um deine eigenen, bestätigten Seiten. Du kannst damit nicht beim Wettbewerb schauen. Der Starter-Plan für 27 € öffnet Site Explorer und Keywords Explorer für jede beliebige Domain, dazu die Keyword-Recherche. Er hat aber Grenzen: maximal 250 Zeilen pro Report, nur ein Monat historische Daten und keine Zusatznutzer.
Brauche ich für Ahrefs Web Analytics ein Cookie-Banner?
Für dieses Tracking nicht. Ahrefs Web Analytics setzt keine Cookies und speichert keine personenbezogenen Daten, deshalb ist keine Einwilligung und damit kein Cookie-Banner nötig. Falls du auf deiner Seite andere einwilligungspflichtige Dienste einbindest, kann trotzdem ein Banner nötig werden, aber nicht wegen dieses Tools.
Ist Ahrefs Web Analytics DSGVO-konform?
Es ist datenschutzfreundlich aufgebaut: keine Cookies, keine personenbezogenen Daten, die IP-Adresse wird sofort verworfen. Die Verantwortung bleibt aber bei dir als Seitenbetreiber. Ahrefs ist ein Anbieter außerhalb der EU, deshalb solltest du den Einsatz in deiner Datenschutzerklärung benennen. Den größten Stolperstein, das einwilligungspflichtige Cookie, gibt es hier aber nicht.
Lohnt sich der Starter-Plan für 27 € für kleine Unternehmen?
Wenn du deine eigene Seite ernsthaft verbessern und ab und zu beim Wettbewerb schauen willst, ja. Für 27 € siehst du Rankings, Backlinks und Keyword-Ideen, für die man sonst raten müsste. Reichen dir reine Besucherzahlen und ein Technik-Check deiner eigenen Seite, kommst du mit dem kostenlosen Web Analytics und den Webmaster Tools schon weit.