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Eine Homepage selber zu erstellen dauert heute einen Nachmittag. Ob danach etwas Brauchbares dasteht, entscheidet sich an zwei Fragen: welchen der drei Wege du nimmst und wofür die Webseite überhaupt da sein soll.
Für eine Fotoseite über den letzten Urlaub gelten andere Maßstäbe als für den Auftritt eines Handwerksbetriebs, der damit Aufträge holen will. Die Werkzeuge sind dieselben, die Anforderungen nicht.
Die drei Wege, eine Homepage selber zu erstellen
| Weg | Du brauchst | Online in | Läuft weiter mit |
|---|---|---|---|
| Baukasten | einen Browser | 2 bis 6 Stunden | monatlicher Miete |
| WordPress | Hosting, Domain, Geduld | 1 bis 3 Tagen | Updates und Backups |
| KI-Generator | eine Beschreibung | 10 Minuten für den Entwurf | dem, was danach kommt |
Die dritte Spalte täuscht. Online zu sein heißt nur, dass die Webseite erreichbar ist. Bis dort Inhalte stehen, die jemand lesen will, vergeht bei allen drei Wegen dieselbe Zeit, und die verbringst du mit Schreiben.
Homepage-Baukasten: schnell online, dauerhaft gemietet
Ein Baukasten ist ein Editor im Browser. Du wählst eine Vorlage, ziehst Blöcke an ihren Platz, tippst deine Texte hinein. Hosting, Domain und SSL-Zertifikat liegen beim selben Anbieter, um Technik kümmert sich niemand.
Dafür spricht viel. Du kommst ohne Vorwissen zurecht. Es gibt nichts zu aktualisieren, nichts zu sichern, nichts kaputtzumachen. Bei einem Problem gibt es eine Nummer, die du anrufen kannst.
Der Preis dafür hat zwei Teile. Der offensichtliche ist die Miete. IONOS ruft aktuell für sein Plus-Paket im ersten Jahr 1 Euro im Monat auf und danach 18 Euro, das Pro-Paket kostet nach der Einführungszeit 33 Euro. Andere Anbieter arbeiten mit demselben Muster aus Lockpreis und Normalpreis. Über fünf Jahre landest du bei 1.000 Euro und mehr.
Der zweite Teil ist der wichtigere: Du kannst die Webseite nicht mitnehmen. Texte und Bilder lassen sich herunterladen, das Design und der Aufbau bleiben beim Anbieter. Kündigst du, fängst du woanders von vorn an. Diesen Vergleich habe ich im Beitrag WordPress oder Baukasten ausführlicher aufgeschrieben.
Dazu kommt die Ähnlichkeit. Jede Vorlage wird tausendfach benutzt, und wer viele Webseiten sieht, erkennt sie nach zwei Sekunden.
WordPress selbst aufsetzen: mehr Freiheit, mehr Arbeit
WordPress ist kostenlos, das gilt für die Software. Der Betrieb kostet trotzdem: Webhosting ab etwa 10 Euro im Monat, eine Domain für rund 15 Euro im Jahr, dazu meist ein Theme oder ein Builder. Bricks etwa kostet 79 Euro im Jahr für eine Webseite, 599 Euro einmalig für unbegrenzt viele.

So sieht das beim Arbeiten aus. Links die Bausteine, in der Mitte die Webseite, rechts der Strukturbaum. Jede Zeile in diesem Baum ist eine Entscheidung, die du selbst triffst. Genau darin stecken Freiheit und Aufwand gleichzeitig. Ein Baukasten nimmt dir diese Ebene ab und damit auch die Möglichkeit, sie zu ändern.
Was du dafür bekommst, ist Unabhängigkeit. Die Webseite liegt auf deinem Hosting, du kannst sie umziehen, sichern, weitergeben. Es gibt über 60.000 Plugins, und wenn eines fehlt, lässt sich die Lücke programmieren.
Was du dafür übernimmst, ist die Rolle des Administrators. WordPress und jedes Plugin bekommen Updates, und die kommen nicht, wenn es dir gerade passt. Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist kein Backup. Sicherheitslücken betreffen auch kleine Webseiten, weil Angriffe automatisiert laufen und niemanden aussuchen.
Das ist der Punkt, an dem Selbermachen bei WordPress am häufigsten scheitert. Nicht beim Aufbau, der macht sogar Spaß. Sondern zwei Jahre später, wenn 14 Plugins veraltet sind und niemand mehr weiß, welches davon wofür da war. Wer das nicht selbst übernehmen will, gibt es als WordPress-Wartung ab.
Homepage mit KI erstellen: was die Generatoren wirklich liefern
Hier laufen zwei verschiedene Dinge unter demselben Wort.
KI im Baukasten. Wix, Jimdo, Hostinger und IONOS haben ihre Editoren um Generatoren ergänzt. Du beschreibst dein Vorhaben in ein paar Sätzen, und nach einer Minute steht eine Webseite mit Struktur, Bildern und Text. Das Ergebnis liegt danach im Baukasten des Anbieters, mit allem, was oben dazu steht.
KI, die Code schreibt. Werkzeuge wie Lovable, v0 oder Bolt erzeugen Quelltext, den du selbst hosten musst. Für jemanden ohne Programmierkenntnisse ist der Abstand zwischen Entwurf und laufender Webseite hier am größten.
Beide Varianten sind gut in derselben Sache: dem ersten Entwurf. Eine Gliederung, ein Layout, Platzhaltertexte, alles in Minuten. Für den Moment, in dem man vor einer leeren Webseite sitzt, ist das mehr wert, als es klingt.
Was sie nicht liefern, ist alles Übrige. Deine Preise kennt kein Modell. Deine Leistungen auch nicht, jedenfalls nicht so, wie du sie wirklich anbietest. Fotos von deinem Betrieb kann es nicht machen. Impressum und Datenschutzerklärung erzeugt es zwar, aber ohne Haftung, und beides muss zu deiner tatsächlichen Datenverarbeitung passen.
Und dann ist da eine Falle, die erst später zuschnappt. Wer den generierten Text stehen lässt und ihn über zwanzig Ortsseiten kopiert, produziert genau das Muster, das Google in den Spam-Richtlinien als skalierte Inhalte führt. Was das 2026 konkret bedeutet, steht im Beitrag zu den Google-Updates. Kurz gesagt: Ein Text darf mit KI entstehen. Er darf nicht in Serie und ohne eigenen Wert entstehen.
Ausführlicher habe ich das unter Werden Webseiten billiger durch KI? aufgeschrieben.
Was die drei Wege kosten
Gerechnet auf drei Jahre, ohne Arbeitszeit:
| Baukasten | WordPress selbst | KI im Baukasten | |
|---|---|---|---|
| Einrichtung | 0 € | 0 € | 0 € |
| Laufend im Monat | 12 bis 33 € | 10 bis 20 € Hosting | wie Baukasten |
| Lizenzen im Jahr | inklusive | 0 bis 250 € | inklusive |
| Domain im Jahr | meist inklusive | ca. 15 € | meist inklusive |
| Summe 3 Jahre | 430 bis 1.190 € | 400 bis 1.500 € | wie Baukasten |
Die Spanne sagt wenig, weil der größte Posten fehlt. Für eine Unternehmens-Webseite mit sechs bis zehn Unterseiten, eigenen Texten, sortierten Bildern und funktionierendem Formular gehen realistisch 30 bis 60 Stunden drauf. Setz deinen eigenen Stundensatz ein, dann steht die ehrliche Zahl da.
Genau hier liegt der Unterschied zwischen privat und geschäftlich. Ein Feierabend am Baukasten kostet dich nichts, den du sonst verdient hättest. Zwei Wochen deiner Arbeitszeit schon.
Für Privatpersonen: wann der Baukasten reicht
Für alles ohne Geschäftszweck ist der Baukasten die vernünftige Wahl, und zwar ohne Einschränkung: Fotoseite, Reiseblog, Verein, Musikprojekt, Portfolio für die Bewerbungsmappe.
Der Grund ist einfach. Diese Webseiten müssen nicht ranken, keine Anfragen erzeugen, nicht mitwachsen. Sie müssen erreichbar sein und ordentlich aussehen. Beides kann jeder Baukasten. Wer hier WordPress aufsetzt, handelt sich Pflichten ein, denen kein Nutzen gegenübersteht.
Zwei Dinge gelten trotzdem. Erstens: Sobald die Webseite auch nur am Rand geschäftlich wird, greifen in Deutschland Impressumspflicht und Datenschutzerklärung. Die Schwelle liegt niedriger, als viele denken, ein Werbebanner reicht mitunter schon. Im Zweifel gehört das geprüft, nicht geraten.
Zweitens: Auch eine private Webseite lädt auf einem Handy im Zug. Vorlagen mit großen Bildern und Videohintergründen sehen am Schreibtisch gut aus und werden unterwegs zäh.
Für Unternehmen: wo die Homepage Geld verdienen muss
Sobald die Webseite Anfragen bringen soll, ändert sich der Maßstab. Sie ist dann ein Vertriebskanal und wird an Zahlen gemessen.
Auffindbarkeit. Eine Webseite, die niemand findet, hat keinen Wert. Das ist unabhängig vom Werkzeug wahr, hängt aber daran, wie viel Inhalt du erzeugst und ob dieser Inhalt Fragen beantwortet, die Menschen tatsächlich eintippen.
Vertrauen. Wer eine Vorlage erkennt, die er schon dreimal gesehen hat, zieht Rückschlüsse auf den Betrieb dahinter. Eigene Fotos aus der Werkstatt schlagen jedes gekaufte Motiv, und sie kosten nichts außer einer halben Stunde.
Eigentum. Bei einer geschäftlichen Webseite hängen Adresse, Rankings und Kundenkontakte daran. Wenn all das auf einer Plattform liegt, deren Preise und Bedingungen sich ändern können, ist das ein Risiko, das man wenigstens kennen sollte.
Wachstum. Erst kommt das Kontaktformular, dann ein Blog, dann eine Terminbuchung, irgendwann ein Shop. Jeder Baukasten hat einen Punkt, an dem er nein sagt. Wo dieser Punkt liegt, merkst du erst, wenn du davorstehst.
Warum eine Webseite trotz all dem keine Anfragen bringt, ist ein eigenes Thema, und die Ursachen liegen meist woanders als vermutet. Das habe ich hier aufgeschrieben.
SEO: was du selbst beeinflussen kannst
Der Streit „Baukasten oder WordPress für SEO” ist älter als die Antwort darauf. Die Grundlagen beherrschen heute alle Systeme.
Auf jedem der drei Wege stellst du selbst ein:
- eigener Titel und eigene Meta-Description je Unterseite
- eine H1 pro Webseite und eine saubere Gliederung darunter
- sprechende Adressen ohne Zahlensalat
- Alt-Texte für Bilder
- interne Verlinkung zwischen deinen Unterseiten
- eine XML-Sitemap, meist automatisch
Unterschiede gibt es bei den technischen Feinheiten: Ladezeit und Core Web Vitals, strukturierte Daten über die Standardfälle hinaus, Weiterleitungen nach einem Umbau, Kontrolle über Canonical und Indexierung. Baukästen liefern hier solide Standardwerte und lassen dich selten tiefer eingreifen. Bei WordPress kannst du alles beeinflussen, mit derselben Freiheit auch alles kaputt machen.
Nur ist das fast nie der Grund, warum eine selbst gebaute Webseite nicht gefunden wird. Der Grund ist Menge und Tiefe. Fünf Unterseiten mit je 200 Wörtern beantworten keine Suchanfrage. Wer zu seinen drei wichtigsten Leistungen je eine ordentliche Webseite schreibt, kommt weiter als mit jedem technischen Kniff. Wo du anfängst, steht in den 5 SEO-Tipps.
Der häufigste Fehler beim Homepage selber erstellen
Fast alle fangen beim Design an. Vorlage aussuchen, Farben festlegen, Schrift ändern, Startseite zusammenschieben. Die Texte kommen zum Schluss, wenn die Luft raus ist, und werden entsprechend kurz.
Dabei ist die Reihenfolge andersherum richtig. Erst steht die Frage, wer auf die Webseite kommt und was er wissen will. Daraus ergeben sich die Unterseiten. Aus den Unterseiten ergibt sich das Design, weil klar ist, was daraufsteht.
Ein Test dafür braucht keine zwei Minuten: Schreib die drei Sätze auf, die ein Besucher nach zehn Sekunden verstanden haben muss. Was du bietest, für wen, und wie er dich erreicht. Wenn diese drei Sätze auf deiner Startseite nicht sofort zu finden sind, hilft keine Vorlage der Welt.
Fazit: Homepage selber erstellen oder machen lassen
Für private Vorhaben ist Selbermachen die richtige Antwort. Nimm einen Baukasten, nutz den KI-Entwurf als Startpunkt, und gib die gesparte Zeit lieber in gute Fotos.
Für ein Unternehmen lautet die Frage anders. Nicht ob du es kannst, sondern was dich die Stunden kosten und was am Ende dasteht. Wenn die Webseite Aufträge bringen soll, ist sie eine Investition und wird auch so gerechnet.
Ein Mittelweg funktioniert oft am besten: Du lieferst Texte, Fotos und Fachwissen, weil das ohnehin niemand besser kann als du. Den Rest übernimmt jemand, der es täglich macht. Das ist billiger als komplette Fremdvergabe und schneller als vier Wochen Feierabend am Editor.
Häufige Fragen zum Homepage selber erstellen
Kann ich meine Homepage wirklich selber erstellen?
Technisch ja, jeder Baukasten ist darauf ausgelegt. Die Frage ist eher, wie viel Zeit du einsetzen willst und was die Webseite leisten soll. Eine private Webseite steht an einem Nachmittag. Eine Unternehmens-Webseite, die Anfragen bringen soll, braucht Struktur, Texte und Bilder, und daran hängen schnell 30 bis 60 Stunden.
Was kostet es, eine Homepage selber zu erstellen?
Beim Baukasten zahlst du eine monatliche Miete. IONOS ruft für sein mittleres Paket nach dem Einführungsjahr 18 Euro im Monat auf, andere Anbieter liegen in derselben Größenordnung. Bei WordPress kommen Hosting ab etwa 10 Euro im Monat und eine Lizenz für Theme oder Builder dazu, bei Bricks 79 Euro im Jahr. Der größte Posten steht in keiner Rechnung: deine eigene Arbeitszeit.
Ist ein Baukasten schlecht für SEO?
Nein, die Grundlagen beherrschen heute alle: eigene Titel, Meta-Descriptions, saubere Adressen, eine Sitemap. Die Grenzen zeigen sich im Detail, etwa bei der Ladezeit, bei strukturierten Daten oder bei Weiterleitungen. Der häufigere Grund für schlechte Rankings ist ohnehin ein anderer: zu wenig Inhalt, der die Fragen beantwortet, die Menschen tatsächlich eintippen.
Kann KI meine Homepage komplett erstellen?
Sie liefert einen Rohentwurf: Struktur, Layout und Platzhaltertexte in Minuten. Was sie nicht liefert, sind deine Preise, deine Leistungen, deine Fotos, dein Impressum und die laufende Pflege. Wer den generierten Text unverändert stehen lässt, bekommt außerdem ein Problem mit Google: Massenhaft erzeugte Inhalte ohne eigenen Wert stehen ausdrücklich in den Spam-Richtlinien.
Wann lohnt es sich, die Homepage machen zu lassen?
Sobald die Webseite Geld verdienen soll. Rechne deine Stunden gegen: 40 Stunden Eigenleistung sind bei jedem realistischen Stundensatz teurer als eine gebaute Webseite, und am Ende steht trotzdem eine Vorlage, die aussieht wie tausend andere. Für ein Hobby, einen Verein oder eine Übergangslösung gilt das Gegenteil, da ist Selbermachen die vernünftige Wahl.