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Homepage selber erstellen: Baukasten, WordPress oder KI

Homepage selber erstellen: die drei Wege

Foto von Eftakher Alam auf Unsplash

Eine Homepage selber zu erstellen dauert heute einen Nachmittag. Ob danach etwas Brauchbares dasteht, entscheidet sich an zwei Fragen: welchen der drei Wege du nimmst und wofür die Webseite überhaupt da sein soll.

Für eine Fotoseite über den letzten Urlaub gelten andere Maßstäbe als für den Auftritt eines Handwerksbetriebs, der damit Aufträge holen will. Die Werkzeuge sind dieselben, die Anforderungen nicht.

Die drei Wege, eine Homepage selber zu erstellen

WegDu brauchstOnline inLäuft weiter mit
Baukasteneinen Browser2 bis 6 Stundenmonatlicher Miete
WordPressHosting, Domain, Geduld1 bis 3 TagenUpdates und Backups
KI-Generatoreine Beschreibung10 Minuten für den Entwurfdem, was danach kommt

Die dritte Spalte meint nur die Technik. Online zu sein heißt, dass die Webseite erreichbar ist. Bis dort Inhalte stehen, die jemand lesen will, vergeht bei allen drei Wegen dieselbe Zeit, und die verbringst du mit Schreiben.

Homepage-Baukasten: schnell online, dauerhaft gemietet

Ein Baukasten ist ein Editor im Browser. Du wählst eine Vorlage, ziehst Blöcke an ihren Platz, tippst deine Texte hinein. Hosting, Domain und SSL-Zertifikat liegen beim selben Anbieter, um Technik kümmert sich niemand.

Dafür spricht viel. Du kommst ohne Vorwissen zurecht. Es gibt nichts zu aktualisieren, nichts zu sichern, nichts kaputtzumachen. Bei einem Problem gibt es eine Nummer, die du anrufen kannst.

Der Preis dafür hat zwei Teile. Der offensichtliche ist die Miete. IONOS ruft aktuell für sein Plus-Paket im ersten Jahr 1 Euro im Monat auf und danach 18 Euro, das Pro-Paket kostet nach der Einführungszeit 33 Euro. Andere Anbieter arbeiten mit demselben Muster aus Lockpreis und Normalpreis. Über fünf Jahre landest du bei 1.000 Euro und mehr.

Der zweite Teil wiegt schwerer. Du kannst die Webseite nicht mitnehmen. Texte und Bilder lassen sich herunterladen, das Design und der Aufbau bleiben beim Anbieter. Kündigst du, fängst du woanders von vorn an. Diesen Vergleich habe ich im Beitrag WordPress oder Baukasten ausführlicher aufgeschrieben.

Dazu kommt die Ähnlichkeit. Jede Vorlage wird tausendfach benutzt, und wer viele Webseiten sieht, erkennt sie nach zwei Sekunden.

WordPress selbst aufsetzen: mehr Freiheit, mehr Arbeit

WordPress ist kostenlos, das gilt für die Software. Der Betrieb kostet trotzdem: Webhosting ab etwa 10 Euro im Monat, eine Domain für rund 15 Euro im Jahr, dazu meist ein Theme oder ein Builder. Bricks etwa kostet 79 Euro im Jahr für eine Webseite, 599 Euro einmalig für unbegrenzt viele.

Der Bricks-Builder im WordPress-Backend: links die Bausteine, in der Mitte die Webseite einer Gartenbau-Firma, rechts der Strukturbaum mit den verschachtelten Blöcken
Der Bricks-Builder in einer eigenen WordPress-Installation, aufgenommen im September 2026

So sieht das beim Arbeiten aus. Links die Bausteine, in der Mitte die Webseite, rechts der Strukturbaum. Jede Zeile in diesem Baum ist eine Entscheidung, die du selbst triffst. Diese Kontrolle ist der Vorteil und zugleich die Arbeit. Ein Baukasten nimmt dir diese Ebene ab und damit auch die Möglichkeit, sie zu ändern.

Was du dafür bekommst, ist Unabhängigkeit. Die Webseite liegt auf deinem Hosting, du kannst sie umziehen, sichern, weitergeben. Im Verzeichnis von WordPress stehen zehntausende Plugins, und wenn eines fehlt, lässt sich die Lücke programmieren.

Was du dafür übernimmst, ist die Rolle des Administrators. WordPress und jedes Plugin bekommen Updates, und wann die erscheinen, bestimmen die Entwickler. Ein Sicherheitsupdate lässt sich nicht bis zum nächsten ruhigen Wochenende aufschieben. Dazu gehört ein Backup, das du mindestens einmal zurückgespielt hast, denn vorher weißt du nicht, ob es funktioniert. Auch kleine Webseiten werden angegriffen. Bots klappern Adresse für Adresse ab und probieren bekannte Lücken durch, ohne vorher zu prüfen, wer dahintersteht.

Genau daran scheitert Selbermachen bei WordPress am häufigsten. Nicht beim Aufbau, der macht sogar Spaß, sondern zwei Jahre später, wenn 14 Plugins veraltet sind und niemand mehr weiß, welches davon wofür da war. Wer das nicht selbst übernehmen will, gibt es als WordPress-Wartung ab.

Homepage mit KI erstellen: was die Generatoren wirklich liefern

Hier laufen zwei verschiedene Dinge unter demselben Wort.

KI im Baukasten. Wix, Jimdo, Hostinger und IONOS haben ihre Editoren um Generatoren ergänzt. Du beschreibst dein Vorhaben in ein paar Sätzen, und nach einer Minute steht eine Webseite mit Struktur, Bildern und Text. Das Ergebnis liegt danach im Baukasten des Anbieters, mit allem, was oben dazu steht.

KI, die Code schreibt. Werkzeuge wie Lovable, v0 oder Bolt erzeugen Quelltext, den du selbst hosten musst. Für jemanden ohne Programmierkenntnisse ist der Abstand zwischen Entwurf und laufender Webseite hier am größten.

Beide Varianten sind gut in derselben Sache: dem ersten Entwurf. Eine Gliederung, ein Layout, Platzhaltertexte, alles in Minuten. Für den Moment, in dem man vor einer leeren Webseite sitzt, ist das mehr wert, als es klingt.

Was sie nicht liefern, ist alles Übrige. Deine Preise kennt kein Modell. Deine Leistungen auch nicht, jedenfalls nicht so, wie du sie wirklich anbietest. Fotos von deinem Betrieb kann es nicht machen. Impressum und Datenschutzerklärung erzeugt es zwar, aber ohne Haftung, und beides muss zu deiner tatsächlichen Datenverarbeitung passen.

Ein Problem zeigt sich erst Monate später. Wer den generierten Text stehen lässt und ihn über zwanzig Ortsseiten kopiert, produziert genau das Muster, das Google in seinen Spam-Richtlinien als skalierte Inhalte führt. Ein Text darf mit KI entstehen, aber nicht in Serie und ohne eigenen Wert. Was das 2026 bedeutet, steht im Beitrag zu den Google-Updates.

Ausführlicher habe ich das unter Werden Webseiten billiger durch KI? aufgeschrieben.

Was die drei Wege kosten

Gerechnet auf drei Jahre, ohne Arbeitszeit:

BaukastenWordPress selbstKI im Baukasten
Einrichtung0 €0 €0 €
Laufend im Monat12 bis 33 €10 bis 20 € Hostingwie Baukasten
Lizenzen im Jahrinklusive0 bis 250 €inklusive
Domain im Jahrmeist inklusiveca. 15 €meist inklusive
Summe 3 Jahre430 bis 1.190 €400 bis 1.500 €wie Baukasten

Die Spanne sagt wenig, weil der größte Posten fehlt. Für eine Unternehmens-Webseite mit sechs bis zehn Unterseiten, eigenen Texten, sortierten Bildern und funktionierendem Formular gehen realistisch 30 bis 60 Stunden drauf. Setz deinen eigenen Stundensatz ein, dann steht die ehrliche Zahl da.

Hier liegt der Unterschied zwischen privat und geschäftlich. Ein Feierabend am Baukasten kostet dich keinen Umsatz, zwei Wochen deiner Arbeitszeit schon.

Für Privatpersonen: wann der Baukasten reicht

Für alles ohne Geschäftszweck ist der Baukasten die vernünftige Wahl, und zwar ohne Einschränkung: Fotoseite, Reiseblog, Verein, Musikprojekt, Portfolio für die Bewerbungsmappe.

Der Grund ist einfach. Diese Webseiten müssen nicht ranken, keine Anfragen erzeugen, nicht mitwachsen. Sie müssen erreichbar sein und ordentlich aussehen. Beides kann jeder Baukasten. Wer hier WordPress aufsetzt, handelt sich Pflichten ein, denen kein Nutzen gegenübersteht.

Zwei Dinge gelten trotzdem. Erstens: Sobald die Webseite auch nur am Rand geschäftlich wird, greifen in Deutschland Impressumspflicht und Datenschutzerklärung. Die Schwelle liegt niedriger, als viele denken, ein Werbebanner reicht mitunter schon. Im Zweifel gehört das geprüft, nicht geraten.

Zweitens: Auch eine private Webseite wird unterwegs auf dem Handy geöffnet, oft bei schlechtem Empfang. Vorlagen mit großen Bildern und Videohintergründen sehen am Schreibtisch gut aus und werden dort zäh.

Für Unternehmen: wo die Homepage Geld verdienen muss

Sobald die Webseite Anfragen bringen soll, ändert sich der Maßstab. Sie ist dann ein Vertriebskanal und wird an Zahlen gemessen.

Auffindbarkeit. Eine Webseite, die niemand findet, hat keinen Wert. Das gilt unabhängig vom Werkzeug, hängt aber daran, wie viel Inhalt du erzeugst und ob dieser Inhalt Fragen beantwortet, die Menschen tatsächlich eintippen.

Vertrauen. Wer eine Vorlage erkennt, die er schon dreimal gesehen hat, zieht Rückschlüsse auf den Betrieb dahinter. Eigene Fotos aus der Werkstatt schlagen jedes gekaufte Motiv, und sie kosten nichts außer einer halben Stunde.

Eigentum. Bei einer geschäftlichen Webseite hängen Adresse, Rankings und Kundenkontakte daran. Wenn all das auf einer Plattform liegt, deren Preise und Bedingungen sich ändern können, ist das ein Risiko, das man wenigstens kennen sollte.

Wachstum. Erst kommt das Kontaktformular, dann ein Blog, dann eine Terminbuchung, irgendwann ein Shop. Jeder Baukasten hat einen Punkt, an dem er nein sagt. Wo dieser Punkt liegt, merkst du erst, wenn du davorstehst.

Warum eine Webseite trotz all dem keine Anfragen bringt, ist ein eigenes Thema, und die Ursachen liegen meist woanders als vermutet. Das habe ich hier aufgeschrieben.

SEO: wo eigene Webseiten viel mehr können

Die Grundlagen beherrschen inzwischen alle Systeme. Auf jedem der drei Wege stellst du selbst ein:

  • eigener Titel und eigene Meta-Description je Unterseite
  • eine H1 pro Webseite und eine saubere Gliederung darunter
  • sprechende Adressen ohne Zahlensalat
  • Alt-Texte für Bilder
  • interne Verlinkung zwischen deinen Unterseiten
  • eine XML-Sitemap, meist automatisch

Damit ist der Baukasten allerdings am Ende. Alles unterhalb dieser Liste gehört dem Anbieter, und dort öffnet sich der Abstand zu einer eigenen Webseite mit WordPress oder Astro.

Ladezeit. Ein Baukasten liefert sein eigenes JavaScript an jeden Besucher aus, auch auf einer Unterseite, die nur Text zeigt. Abschalten kannst du es nicht, der Editor hängt daran. Bei Astro entscheidest du pro Bauteil, ob überhaupt JavaScript mitgeht, und die meisten Unterseiten dieser Webseite hier kommen ganz ohne aus. Wie das funktioniert, steht im Beitrag Schnelle Webseite mit Astro. Die Ladezeit und die Core Web Vitals sind ein bestätigter Ranking-Faktor, und an dieser Stelle hast du im Baukasten keinen Hebel.

Strukturierte Daten. Baukästen bieten eine feste Auswahl, meist Artikel und lokales Unternehmen. Selbst gebaut verknüpfst du LocalBusiness, Person, Service, FAQPage und BreadcrumbList so, dass jeder Knoten auf denselben Betrieb verweist. Google liest daraus, wer du bist, was du anbietest und wo. Genau daraus entstehen erweiterte Suchergebnisse und Zitate in KI-Antworten.

Weiterleitungen und Indexierung. Nach einem Umbau braucht jede alte Adresse eine 301-Weiterleitung, sonst gehen die Rankings der alten Unterseiten verloren. Dünne Seiten wie eine Danke-Seite gehören per noindex aus dem Index, damit sie den Gesamteindruck nicht drücken. Beides steuerst du auf einer eigenen Webseite pro Adresse, im Baukasten meist überhaupt nicht.

Der Server. Caching-Regeln, Kompression, Sicherheits-Header, eine eigene 404-Seite: Auf eigenem Webhosting legst du das selbst fest. Im Baukasten bekommst du, was der Anbieter für alle Kunden eingestellt hat.

Umfang. Ein Baukasten-Tarif bringt oft eine Obergrenze für Unterseiten mit. Wer für jede Leistung und jeden Ort eine eigene ordentliche Unterseite schreiben will, stößt irgendwann dagegen. Auf eigenem Hosting gibt es diese Grenze nicht.

Eine Einschränkung gehört dazu: Technik allein bringt keine Rankings. Fünf Unterseiten mit je 200 Wörtern beantworten keine Suchanfrage, egal auf welchem System sie liegen. Der technische Vorsprung einer eigenen Webseite zahlt sich erst aus, wenn auch Inhalte da sind, die eine Frage wirklich beantworten. Wo du damit anfängst, steht in den 5 SEO-Tipps, und wie beides zusammen aussieht, unter SEO-Optimierung.

Der häufigste Fehler beim Homepage selber erstellen

Fast alle fangen beim Design an. Vorlage aussuchen, Farben festlegen, Schrift ändern, Startseite zusammenschieben. Die Texte kommen zum Schluss, wenn die Luft raus ist, und werden entsprechend kurz.

Die Reihenfolge gehört andersherum. Erst steht die Frage, wer auf die Webseite kommt und was er wissen will. Daraus ergeben sich die Unterseiten. Aus den Unterseiten ergibt sich das Design, weil klar ist, was daraufsteht.

Ein Test dafür braucht keine zwei Minuten: Schreib die drei Sätze auf, die ein Besucher nach zehn Sekunden verstanden haben muss. Was du bietest, für wen, und wie er dich erreicht. Wenn diese drei Sätze auf deiner Startseite nicht sofort zu finden sind, hilft keine Vorlage der Welt.

Fazit: Homepage selber erstellen oder machen lassen

Für private Vorhaben ist Selbermachen die richtige Antwort. Nimm einen Baukasten, nutz den KI-Entwurf als Startpunkt, und gib die gesparte Zeit lieber in gute Fotos.

Für ein Unternehmen zählt eine andere Frage. Du kannst es vermutlich. Die Frage ist, was dich die Stunden kosten und was am Ende dasteht. Wenn die Webseite Aufträge bringen soll, ist sie eine Investition und wird auch so gerechnet.

Ein Mittelweg funktioniert oft am besten: Du lieferst Texte, Fotos und Fachwissen, weil das ohnehin niemand besser kann als du. Den Rest übernimmt jemand, der es täglich macht. Das ist billiger als komplette Fremdvergabe und schneller als vier Wochen Feierabend am Editor. Wer die Einmalkosten scheut, kann eine Webseite auch mieten, mit Hosting und Pflege im Monatspreis.

Quellen

  1. Homepage-Baukasten: Tarife und Preise IONOS, abgerufen am 01.09.2026
  2. Bricks Pricing Bricks, abgerufen am 01.09.2026
  3. Spam Policies for Google Web Search Google Search Central, abgerufen am 02.09.2026
  4. WordPress Plugin Directory WordPress.org, abgerufen am 02.09.2026

Häufige Fragen zum Homepage selber erstellen

Kann ich meine Homepage wirklich selber erstellen?

Technisch ja, jeder Baukasten ist darauf ausgelegt. Die Frage ist eher, wie viel Zeit du einsetzen willst und was die Webseite leisten soll. Eine private Webseite steht an einem Nachmittag. Eine Unternehmens-Webseite, die Anfragen bringen soll, braucht Struktur, Texte und Bilder, und daran hängen schnell 30 bis 60 Stunden.

Was kostet es, eine Homepage selber zu erstellen?

Beim Baukasten zahlst du eine monatliche Miete. IONOS ruft für sein mittleres Paket nach dem Einführungsjahr 18 Euro im Monat auf, andere Anbieter liegen in derselben Größenordnung. Bei WordPress kommen Hosting ab etwa 10 Euro im Monat und eine Lizenz für Theme oder Builder dazu, bei Bricks 79 Euro im Jahr. Der größte Posten steht in keiner Rechnung: deine eigene Arbeitszeit.

Ist ein Baukasten schlecht für SEO?

Nein, die Grundlagen beherrschen heute alle: eigene Titel, Meta-Descriptions, saubere Adressen, eine Sitemap. Die Grenzen zeigen sich im Detail, etwa bei der Ladezeit, bei strukturierten Daten oder bei Weiterleitungen. Der häufigere Grund für schlechte Rankings ist ohnehin ein anderer: zu wenig Inhalt, der die Fragen beantwortet, die Menschen tatsächlich eintippen.

Kann KI meine Homepage komplett erstellen?

Sie liefert einen Rohentwurf: Struktur, Layout und Platzhaltertexte in Minuten. Was sie nicht liefert, sind deine Preise, deine Leistungen, deine Fotos, dein Impressum und die laufende Pflege. Wer den generierten Text unverändert stehen lässt, bekommt außerdem ein Problem mit Google: Massenhaft erzeugte Inhalte ohne eigenen Wert stehen ausdrücklich in den Spam-Richtlinien.

Wann lohnt es sich, die Homepage machen zu lassen?

Sobald die Webseite Geld verdienen soll. Rechne deine Stunden gegen: 40 Stunden Eigenleistung sind bei jedem realistischen Stundensatz teurer als eine gebaute Webseite, und am Ende steht trotzdem eine Vorlage, die aussieht wie tausend andere. Für ein Hobby, einen Verein oder eine Übergangslösung gilt das Gegenteil, da ist Selbermachen die vernünftige Wahl.

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