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WordPress 7.1 ist da. Das Release trägt den Namen „Mary Lou”, nach der Jazzpianistin Mary Lou Williams, und ist am 19. August 2026 erschienen. Über 800 Mitwirkende, davon mehr als 170 zum ersten Mal, haben rund 1.500 Verbesserungen und Fehlerkorrekturen beigesteuert.
Ich habe die Ankündigung und den Field Guide durchgearbeitet. Hier steht, was sich praktisch ändert, und wo die Neuerungen weniger weit reichen, als die Überschriften vermuten lassen.
Was WordPress 7.1 für Redakteure ändert
Responsive Styles direkt im Editor
Das ist die Neuerung mit dem größten Alltagsnutzen. Bisher konntest du im Editor genau ein Aussehen festlegen, das für alle Bildschirmgrößen galt. Wolltest du auf dem Handy kleinere Abstände oder eine andere Schriftgröße, brauchtest du eigenes CSS.
Ab 7.1 gibt es Werte für Tablet und Handy getrennt. Das funktioniert an zwei Stellen: global je Blocktyp und an einem einzelnen Block. Wer bisher Zusatz-Plugins für diesen Zweck installiert hat, kann die vermutlich rauswerfen.
Die Breakpoints stehen voreingestellt bei 480 Pixel für Handy und 782 Pixel für Tablet. Themes dürfen sie über die neue Eigenschaft settings.viewport in der theme.json selbst bestimmen.
Eine ehrliche Einordnung dazu: Zwei zusätzliche Stufen sind gröber als das, was du mit CSS machen kannst. Für die üblichen Fälle reicht das. Wer ein Layout hat, das bei 1100 Pixeln kippt, kommt um eigene Regeln weiterhin nicht herum.
Der neue Medien-Editor in WordPress
Bildbearbeitung war in WordPress bisher über mehrere Ansichten verteilt. 7.1 fasst Zuschneiden, Drehen und die Metadaten in einem Ablauf zusammen. Klingt nach Kosmetik, spart in der Praxis aber die Runden zwischen Mediathek und Editor.
Notizen mit Erwähnungen im Editor
Die Notizfunktion kann jetzt formatierten Text, @Erwähnungen und Notizen an einer bestimmten Textstelle statt nur am ganzen Beitrag. Für Redaktionen mit mehreren Leuten ist das der Unterschied zwischen „irgendwo hier stimmt was nicht” und einer Anmerkung genau am richtigen Satz.
Die Admin-Leiste in allen Editoren
Kleine Sache, die trotzdem Nerven spart: Die Admin-Leiste ist jetzt in allen Editoren da. Kein Suchen mehr nach dem Weg zurück ins Dashboard, je nachdem, in welcher Ansicht man gerade gelandet ist.
Zwei neue Blöcke in WordPress 7.1
Dazu kommen zwei Blöcke: Playlist für Audio- und Videolisten und Tabs für Inhalte in Reitern. Beim Tabs-Block lohnt ein Blick auf die Bedienbarkeit, bevor du ihn großflächig einsetzt. Reiter verstecken Inhalte, und was hinter einem Klick liegt, wird seltener gelesen. Auf Verkaufsseiten sind sie ein gutes Mittel gegen Textwüsten, bei wichtigen Informationen eher nicht.
Bildverarbeitung in WordPress 7.1
WordPress komprimiert Bilder jetzt im Browser, bevor sie hochgeladen werden. Dazu kommen die Formate AVIF, HEIC und HDR.
Das ist mehr als eine Randnotiz. Riesige Originalbilder aus dem Handy oder der Kamera sind einer der häufigsten Gründe für langsame WordPress-Seiten, und HEIC ist genau das Format, in dem iPhones fotografieren. Dass die Komprimierung vor dem Upload passiert, entlastet zusätzlich den Server.
Der Haken bleibt: Komprimieren heißt nicht verkleinern. Ein 6000 Pixel breites Foto bleibt 6000 Pixel breit, auch komprimiert. Die Bildgrößen im Blick zu behalten, nimmt dir WordPress weiterhin nicht ab.
Was sich in theme.json ändert
Für alle, die Themes bauen, liegt hier das eigentliche Release. Die responsiven Werte werden in der theme.json unter den Schlüsseln @mobile und @tablet verschachtelt, sowohl je Blocktyp als auch je Instanz.
Pseudo-Zustände im Theme
Neu sind außerdem Pseudo-Zustände: :hover, :focus, :focus-visible und :active lassen sich in der theme.json und im Editor setzen. Verschachteln lässt sich beides, du kannst also einen Hover-Zustand nur für die mobile Ansicht definieren.
Und hier die Einschränkung, die in vielen Meldungen untergeht: Die Pseudo-Zustände greifen vorerst nur beim Button-Block und beim Navigations-Link-Block. Für alle anderen Blöcke bleibt es bei eigenem CSS. Dass :focus-visible überhaupt dabei ist, finde ich richtig, das ist der Zustand, den Tastaturnutzer sehen.
Dazu kommt eine frühe Fassung eigener Zustände, bisher ausschließlich über die theme.json und ohne Oberfläche. Der Navigations-Link-Block nutzt sie über -current, um den aktuellen Menüpunkt zu gestalten.
Für Entwickler außerdem im Paket: eine öffentliche SVG Icon API, eine erweiterte Abilities API und ein neues Design-System für Admin-Oberflächen. Die Abilities API ist dieselbe Schnittstelle, über die inzwischen auch Bricks seine KI-Anbindung baut. WordPress wird gerade zur Andockstelle für KI-Werkzeuge, und diese API ist das Scharnier.
Was WordPress 7.1 voraussetzt
Offiziell empfiehlt WordPress inzwischen PHP 8.3 oder neuer und als Datenbank MariaDB 10.11+ beziehungsweise MySQL 8.0+. Laufen tut es weiterhin ab PHP 7.4, aber diese Versionen haben ihr Support-Ende hinter sich und bekommen keine Sicherheitsupdates mehr.
Falls dein Hosting noch auf PHP 7.4 steht: Das ist unabhängig von Version 7.1 der dringendere Punkt auf deiner Liste.
Solltest du sofort auf WordPress 7.1 updaten?
Auf einer Testumgebung: ja, sofort. Auf der Live-Webseite: mit etwas Abstand.
Große Releases verschieben regelmäßig Details im Editor oder in der Theme-Darstellung, und Plugin-Hersteller brauchen ein paar Wochen zum Nachziehen. Die Reihenfolge, die sich bewährt hat, ist immer dieselbe: Backup anlegen, auf einer Kopie einspielen, die wichtigen Seiten durchklicken, Formulare und Kasse testen, dann live gehen.
Sicherheitsupdates sind eine andere Kategorie. Die gehören sofort drauf, ohne Wartezeit. Wie du die automatischen Updates dafür passend einstellst, habe ich hier aufgeschrieben.
Wenn du das nicht selbst machen willst, ist genau das Teil meiner WordPress-Wartung: Ich spiele die Updates auf einer Kopie ein, prüfe danach die Funktionen und protokolliere, was wann passiert ist.
Mein Fazit zu WordPress 7.1
Die responsiven Styles sind der Punkt, der den meisten Leuten tatsächlich Arbeit abnimmt. Alles, was bisher ein Plugin oder eine CSS-Datei gebraucht hat, steckt jetzt im Editor.
Der Rest ist solide Weiterentwicklung: Der Medien-Editor räumt auf, die Bildformate sind überfällig gewesen, die Notizen helfen Teams. Die Pseudo-Zustände sind ein Anfang mit zwei Blöcken, kein fertiges Werkzeug.
Für Entwickler ist die Abilities API die spannendste Zeile im Changelog, auch wenn sie in keiner Meldung ganz oben steht. Über sie öffnet sich WordPress für KI-Assistenten, und das wird die Arbeit an Webseiten stärker verändern als jeder neue Block.
Häufige Fragen
Was ist die wichtigste Neuerung in WordPress 7.1?
Die responsiven Styles. Bisher ließ sich im Editor nur ein Aussehen für alle Bildschirmgrößen festlegen, alles Weitere brauchte eigenes CSS. Jetzt kannst du für Tablet und Handy eigene Werte setzen, sowohl global je Blocktyp als auch an einem einzelnen Block. Themes können die Breakpoints über die neue Eigenschaft settings.viewport in theme.json selbst bestimmen, voreingestellt sind 480 Pixel für Handy und 782 Pixel für Tablet.
Sollte ich sofort auf WordPress 7.1 updaten?
Auf einer Testumgebung ja, auf der Live-Webseite besser mit etwas Abstand. Große Releases verschieben regelmäßig Kleinigkeiten im Editor oder in der Theme-Darstellung, und Plugins brauchen ein paar Wochen, bis sie nachgezogen haben. Sinnvoll ist die Reihenfolge: Backup anlegen, auf einer Kopie einspielen, die wichtigen Seiten und Formulare durchklicken, dann live gehen. Sicherheitsupdates dagegen gehören sofort eingespielt, die sind eine andere Kategorie.
Brauche ich für WordPress 7.1 eine neuere PHP-Version?
WordPress empfiehlt inzwischen PHP 8.3 oder neuer und als Datenbank MariaDB 10.11+ beziehungsweise MySQL 8.0+. Laufen tut WordPress auch auf älteren Versionen ab PHP 7.4, die haben aber ihr Support-Ende erreicht und bekommen keine Sicherheitsupdates mehr. Wenn dein Hosting noch PHP 7.4 fährt, ist das unabhängig von Version 7.1 der dringendere Punkt.
Funktionieren die neuen Pseudo-Zustände mit jedem Block?
Nein, vorerst nicht. Zustände wie :hover, :focus, :focus-visible und :active lassen sich in WordPress 7.1 nur für den Button-Block und den Navigations-Link-Block setzen. Für alles andere brauchst du weiterhin eigenes CSS. Das ist ein Anfang und noch keine fertige Funktion.
Muss ich mein Theme anpassen, damit die responsiven Styles funktionieren?
Für die Grundfunktion nicht, die Voreinstellungen greifen auch ohne Anpassung. Interessant wird theme.json erst, wenn du eigene Breakpoints brauchst oder die neuen Werte gleich mitliefern willst. Klassische Themes ohne theme.json profitieren dagegen kaum, dort bleibt CSS der Weg.