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Updates sind bei WordPress keine lästige Pflicht, sondern der wichtigste Schutz deiner Webseite. Die meisten Angriffe laufen über veraltete Plugins, für die längst ein Update bereitsteht. Klar, dass WordPress vieles davon automatisch erledigen will. Die Frage ist nur: Wie viel davon solltest du der Automatik überlassen, und wo behältst du besser die Kontrolle?
In diesem Beitrag erfährst du, was WordPress automatisch aktualisiert, wie du automatische Updates für Kern, Plugins und Themes ein- oder ausschaltest, und wann die Automatik hilft und wann sie zum Risiko wird.
Was automatische Updates in WordPress sind
Automatische Updates spielt WordPress ohne dein Zutun ein. Kleine Kern-Updates für Wartung und Sicherheit laufen seit Version 3.7 von selbst. Plugin- und Theme-Auto-Updates gibt es seit WordPress 5.5, sie sind aber standardmäßig aus. Große Kern-Versionen aktualisieren sich nur, wenn du das seit 5.6 aktiv einschaltest.
Es lohnt sich, drei Arten zu unterscheiden, weil WordPress sie verschieden behandelt:
- Kern, kleine Updates (zum Beispiel von 6.9.1 auf 6.9.2): reine Wartungs- und Sicherheitsreleases. Sie laufen seit jeher automatisch und ändern kaum etwas an Funktionen. Das Risiko ist gering.
- Kern, große Updates (zum Beispiel von 6.9 auf 7.0): neue Funktionen, größere Änderungen. Hier ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Theme oder Plugin nicht sofort mitspielt. Automatisch nur, wenn du willst.
- Plugins und Themes: der häufigste Grund für Probleme, weil sie von vielen verschiedenen Herstellern kommen. Auto-Updates sind pro Element einstellbar, ab Werk aber deaktiviert.
Automatische Updates im Dashboard ein- oder ausschalten
Für den Alltag brauchst du keinen Code. Das meiste stellst du direkt im WordPress-Dashboard ein.
Plugins: Unter Plugins findest du in jeder Zeile rechts den Link „Automatische Updates aktivieren”. Ein Klick, und WordPress hält dieses Plugin künftig selbst aktuell. Genauso lässt es sich wieder abschalten.
Themes: Unter Design, Themes öffnest du das jeweilige Theme und aktivierst dort ebenfalls die automatischen Updates.
Große Kern-Versionen: Unter Dashboard, Aktualisierungen steht oben ein Hinweis mit einem Link wie „Aktiviere automatische Updates für alle neuen Versionen von WordPress”. Erst damit springt dein WordPress auch bei großen Versionssprüngen automatisch mit. Ohne diesen Klick bleibt es bei den kleinen Updates.
Automatische Updates über die wp-config.php steuern
Wer es genauer will, steuert das Verhalten über Konstanten in der wp-config.php. Diese Datei liegt im Wurzelverzeichnis deiner Installation. Für die Kern-Updates ist WP_AUTO_UPDATE_CORE zuständig:
// Nur kleine Wartungs- und Sicherheitsupdates automatisch (Standard):
define( 'WP_AUTO_UPDATE_CORE', 'minor' );
// Auch große Versionssprünge automatisch:
define( 'WP_AUTO_UPDATE_CORE', true );
// Gar keine automatischen Kern-Updates:
define( 'WP_AUTO_UPDATE_CORE', false );
Willst du wirklich jede Automatik abschalten, also auch Plugins, Themes und Übersetzungen, gibt es eine große Bremse:
// Alle automatischen Updates komplett abschalten:
define( 'AUTOMATIC_UPDATER_DISABLED', true );
Ein Wort der Warnung dazu: Alles abzuschalten ist selten eine gute Idee. Die kleinen Sicherheitsupdates des Kerns solltest du laufen lassen, sonst bleibt eine bekannte Lücke unnötig lange offen. Sinnvoller ist, gezielt die großen und die riskanten Updates in die Hand zu nehmen, statt pauschal alles zu deaktivieren.
Wann automatische Updates sinnvoll sind, und wann riskant
Automatik klingt bequem, hat aber zwei Seiten.
Dafür spricht die Sicherheit. Sobald eine Lücke bekannt wird, scannen automatisierte Bots das Netz und schlagen oft innerhalb von Stunden zu. Ein Sicherheitsupdate, das sofort automatisch einläuft, schließt dieses Zeitfenster, ohne dass du nachts am Rechner sitzen musst. Für kleine Kern-Updates ist die Automatik deshalb fast immer richtig.
Dagegen spricht das Risiko im Ernstfall. Ein Plugin-Update kann sich mit einem anderen Plugin oder dem Theme beißen und einen PHP-Fehler auslösen. Läuft das automatisch, steht im schlimmsten Fall ein weißer Bildschirm, und niemand bemerkt es, bis sich ein Kunde meldet oder du selbst vorbeischaust. Gerade bei einem Shop kostet jede Stunde Ausfall Umsatz.
WordPress hat hier in den letzten Versionen nachgebessert: Seit Version 6.6 versucht es bei einem fehlgeschlagenen automatischen Plugin-Update, die vorige Version wiederherzustellen, und benachrichtigt dich per E-Mail. Das ist ein gutes Sicherheitsnetz, aber keine Garantie, und es fängt nicht jeden Fehler ab.
Der sichere Mittelweg: kontrollierte Updates
In der Praxis fahre ich deshalb eine Mischung, und die empfehle ich dir auch:
- Kleine Kern- und Sicherheitsupdates automatisch laufen lassen. Sie schließen Lücken schnell und machen selten Ärger.
- Große Versionssprünge, Plugins und Themes kontrolliert einspielen: vorher ein Backup, nach Möglichkeit ein kurzer Test auf einer Staging-Umgebung, und danach ein Blick, ob noch alles funktioniert.
Genau das ist der Kern professioneller WordPress-Wartung: nicht blind alles der Automatik überlassen und auch nicht Updates monatelang liegen lassen, sondern zeitnah, aber geprüft aktualisieren. Was alles dazugehört, liest du im Beitrag WordPress Wartung: Warum sie Pflicht ist. Und falls doch mal ein Update die Webseite in den Wartungsmodus wirft und sie dort hängen bleibt, hilft dir der Beitrag zum WordPress-Wartungsmodus schnell wieder heraus.
Fazit
Automatische Updates sind ein nützliches Werkzeug, aber kein Autopilot, dem du alles überlassen solltest. Lass die kleinen Sicherheitsupdates des Kerns automatisch laufen, das schützt dich schnell und zuverlässig. Bei großen Versionen, Plugins und Themes bist du mit einem kontrollierten Ablauf aus Backup, Test und Kontrolle besser dran als mit blinder Automatik.
Wenn du dir diese Abwägung nicht bei jedem Update selbst machen willst, nimm sie dir aus der Hand: Mit einer festen WordPress-Wartung läuft das im Hintergrund, und du hast den Kopf frei fürs Geschäft. Schreib mir einfach, ich schaue mir deine Webseite an.
Häufige Fragen
Macht WordPress Updates automatisch?
Teilweise. Kleine Kern-Updates für Wartung und Sicherheit spielt WordPress seit Version 3.7 von selbst ein. Automatische Updates für Plugins und Themes gibt es seit WordPress 5.5, sie sind aber standardmäßig deaktiviert und müssen pro Plugin oder Theme im Dashboard eingeschaltet werden. Große Kern-Versionen laufen nur automatisch, wenn du das seit 5.6 aktiv einschaltest.
Sollte ich automatische Updates aktivieren?
Für kleine Sicherheits- und Wartungsupdates des Kerns: ja, die sind selten problematisch und schließen Lücken schnell. Bei Plugins, Themes und großen Kern-Versionen ist es eine Abwägung. Automatisch heißt schneller geschützt, aber auch: Ein fehlerhaftes Update kann die Webseite stören, ohne dass jemand es sofort bemerkt. Ohne aktuelles Backup und einen kurzen Blick danach ist das riskant.
Wie deaktiviere ich automatische Updates in WordPress?
Plugin- und Theme-Auto-Updates schaltest du im Dashboard unter Plugins bzw. Design pro Element wieder aus. Die automatischen Kern-Updates steuerst du in der wp-config.php über die Konstante WP_AUTO_UPDATE_CORE (Werte: 'minor', true oder false). Alle automatischen Updates auf einmal schaltet die Konstante AUTOMATIC_UPDATER_DISABLED ab. Ganz abschalten solltest du aber höchstens die großen, nicht die kleinen Sicherheitsupdates.
Was passiert, wenn ein automatisches Update die Webseite lahmlegt?
Dann steht im schlimmsten Fall ein weißer Bildschirm oder eine Fehlermeldung, und das oft unbemerkt. Neuere WordPress-Versionen (seit 6.6) versuchen bei einem fehlgeschlagenen automatischen Plugin-Update, die vorige Version wiederherzustellen, und schicken dir eine E-Mail. Das ist ein Sicherheitsnetz, aber keine Garantie. Ein aktuelles Backup und regelmäßige Kontrolle bleiben die verlässlichere Absicherung.