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Du willst dich ins WordPress-Backend einloggen oder eine Seite aufrufen, und statt der Webseite steht da nur eine kryptische Zeile: „Fatal error: Allowed memory size of 134217728 bytes exhausted (tried to allocate 20480 bytes)”. Kein Grund zur Panik. Dieser Fehler ist häufig, harmlos in der Ursache und in den meisten Fällen schnell behoben.
In diesem Beitrag erfährst du, was die Meldung bedeutet, wie du das Speicherlimit richtig anhebst, warum das manchmal trotzdem nicht wirkt, und wann du besser nach der eigentlichen Ursache suchst, statt den Wert immer weiter hochzudrehen.
Was „Allowed memory size exhausted” bedeutet
Der Fehler heißt: Ein Skript wollte mehr Arbeitsspeicher (RAM), als der Server deiner Webseite erlaubt. Das ist das PHP-Speicherlimit, nicht der Festplattenplatz. Meist steckt ein speicherhungriges Plugin, ein Seitenbaukasten, ein großer Import oder die Bildverarbeitung dahinter.
Die Meldung ist trotz des Fachchinesischs klar, wenn man die Bytes übersetzt. Ein typisches Beispiel:
Fatal error: Allowed memory size of 134217728 bytes exhausted
(tried to allocate 20480 bytes) in /html/wp-content/plugins/.../datei.php on line 214
134217728 bytes sind 128 MB, das war das erlaubte Limit. Das Skript wollte noch etwas mehr und stieß an die Grenze. Praktisch: Am Ende steht die Datei, in der es passierte, oft direkt ein Plugin-Verzeichnis. Das ist schon ein erster Hinweis auf den Verursacher.
Warum WordPress an die Speichergrenze stößt
WordPress selbst ist genügsam. Standardmäßig startet es mit nur 40 MB (bei einem Multisite-Netzwerk 64 MB). Für eine schlichte Webseite reicht das, für die Realität moderner Projekte oft nicht. Der Speicher wird knapp, wenn viel gleichzeitig passiert:
- Plugins und Seitenbaukasten: Jedes aktive Plugin belegt Speicher, manche sehr großzügig. Baukästen wie Elementor sind bekannt dafür.
- WooCommerce und Shops: Warenkorb, Kasse und große Produktkataloge brauchen deutlich mehr als eine reine Infoseite.
- Importe und Bildverarbeitung: Ein großer Import oder das Skalieren vieler Bilder auf einmal kann kurzzeitig viel Speicher ziehen.
- Zu viele Plugins: Zwanzig halb genutzte Erweiterungen summieren sich, auch wenn keine allein der Schuldige ist.
Kurz: Der Fehler ist selten WordPress’ Schuld, sondern die Summe dessen, was auf der Webseite läuft, plus ein Limit, das zu niedrig steht.
Das Speicherlimit in der wp-config.php erhöhen
Der erste und einfachste Schritt: WordPress mehr Speicher zugestehen. Das machst du über zwei Konstanten in der wp-config.php (die Datei liegt im Wurzelverzeichnis deiner Installation). Trage sie oberhalb der Zeile /* That's all, stop editing! */ ein:
// Speicher fürs Frontend (normale Seitenaufrufe)
define( 'WP_MEMORY_LIMIT', '256M' );
// Mehr Speicher für Admin-Aufgaben wie Importe oder Updates
define( 'WP_MAX_MEMORY_LIMIT', '512M' );
Für die meisten Webseiten sind 256 MB ein guter Wert. Bei einem WooCommerce-Shop mit vielen Produkten darfst du ruhig auf 384 oder 512 MB gehen. Danach lädst du die Datei hoch und rufst die Webseite neu auf. In vielen Fällen ist der Fehler damit schon Geschichte.
Wenn das nicht reicht: das PHP-Limit anheben
Jetzt kommt der Punkt, an dem viele hängen bleiben: WordPress kann das serverseitige PHP-Limit nicht überschreiten. Steht in der wp-config.php 256 MB, dein Hoster erlaubt PHP aber nur 128 MB, bleibt es effektiv bei 128 MB. Der Eintrag verpufft.
Dann musst du das PHP-memory_limit selbst anheben. Je nach Server geht das auf verschiedenen Wegen:
- Hosting-Panel: Der sauberste Weg. Bei einem Hoster mit Plesk stellst du das
memory_limitdirekt in den PHP-Einstellungen der Domain ein. Genau so ist es auf meinem WordPress-Webhosting mit wenigen Klicks erledigt. - php.ini oder .user.ini: In einer eigenen
php.inioder.user.inisetzt du die Zeile:
memory_limit = 256M
- .htaccess: Auf manchen Servern funktioniert auch ein Eintrag in der
.htaccess. Bei modernen Setups (FastCGI, LiteSpeed) greift er oft nicht, dann ist die.user.inioder das Panel der richtige Weg:
php_value memory_limit 256M
Kommst du an diese Einstellungen nicht heran, hilft eine kurze Nachricht an deinen Hoster. Bei günstigen Shared-Paketen gibt es manchmal eine harte Obergrenze, die nur der Anbieter anheben kann.
Nur Symptombekämpfung? Die Ursache finden
Das Limit anzuheben ist richtig und oft genug. Aber wenn du den Wert von 256 auf 512 auf 1024 MB hochdrehst und der Fehler immer wiederkommt, behandelst du nur das Symptom. Dann steckt ein echtes Problem dahinter, meist ein fehlerhaftes Plugin oder eine Endlosschleife, die Speicher frisst, bis nichts mehr geht.
So findest du den Verursacher:
- Schau in die Fehlermeldung. Der Dateipfad am Ende zeigt oft direkt auf das Plugin, das den Speicher gesprengt hat.
- Deaktiviere Plugins schrittweise. Kommst du nicht mehr ins Backend, benennst du den Plugin-Ordner per FTP kurz um, um alle auf einmal zu deaktivieren, und schaltest sie dann einzeln wieder zu.
- Teste mit einem Standard-Theme. Liegt es am Theme, zeigt sich das schnell.
- Aktiviere den Debug-Modus (
WP_DEBUG), damit du überhaupt siehst, wo es hakt, statt nur einen weißen Bildschirm zu bekommen.
Genau diese Analyse gehört zur professionellen WordPress-Wartung: nicht blind mehr Speicher draufwerfen, sondern verstehen, warum er ausgeht. Bleibt die Webseite nach dem Fehler ganz aus, hilft dir außerdem der Beitrag zum WordPress-Wartungsmodus, falls sie dort hängen bleibt.
Fazit
„Allowed memory size exhausted” sieht schlimmer aus, als es ist: WordPress fehlt schlicht Arbeitsspeicher. In den meisten Fällen genügt ein höheres WP_MEMORY_LIMIT in der wp-config.php, kombiniert mit einem ausreichend gesetzten PHP-memory_limit beim Hoster. 256 MB sind ein solider Standard, Shops dürfen mehr bekommen.
Wichtig bleibt die ehrliche Frage dahinter: Braucht deine Webseite den Speicher wirklich, oder frisst ihn ein Plugin, das nicht sauber arbeitet? Wenn du das nicht selbst auseinanderklamüsern willst, schau dir meine WordPress-Wartung an oder schreib mir kurz. Ich sorge dafür, dass deine Webseite läuft, statt an einer Speichergrenze zu scheitern.
Häufige Fragen
Was bedeutet „Allowed memory size exhausted" in WordPress?
Es ist ein PHP-Fehler und bedeutet: Ein Skript wollte mehr Arbeitsspeicher (RAM), als der Server der Webseite zugesteht. Meist steckt ein speicherhungriges Plugin, ein Seitenbaukasten, ein großer Import oder die Bildverarbeitung dahinter. Die Fehlermeldung nennt in Bytes, wie viel erlaubt war und wie viel gebraucht wurde, plus die Datei, in der es passierte.
Wie erhöhe ich das WordPress-Speicherlimit?
Am einfachsten über die wp-config.php im Wurzelverzeichnis: Trage define( 'WP_MEMORY_LIMIT', '256M' ); ein, für Admin-Aufgaben zusätzlich define( 'WP_MAX_MEMORY_LIMIT', '512M' );. Reicht das nicht, hebst du das serverseitige PHP-memory_limit an, per php.ini, .user.ini oder im Hosting-Panel (bei Plesk direkt in den PHP-Einstellungen der Domain).
Warum wirkt WP_MEMORY_LIMIT bei mir nicht?
Weil WordPress das serverseitige PHP-Limit nicht überschreiten kann. Steht in der wp-config.php 256 MB, der Hoster erlaubt aber nur 128 MB, bleibt es effektiv bei 128 MB. Dann musst du das PHP-memory_limit selbst anheben (php.ini/.user.ini/Panel) oder deinen Hoster bitten, es für dein Paket zu erhöhen.
Wie viel Arbeitsspeicher braucht WordPress?
Für eine normale WordPress-Webseite sind 256 MB ein guter Richtwert. Onlineshops mit WooCommerce, viele Plugins oder große Importe brauchen eher 384 bis 512 MB. Immer weiter hochzudrehen ist aber keine Lösung: Wenn schon 512 MB nicht reichen, steckt fast immer ein konkretes Problem dahinter, etwa ein fehlerhaftes Plugin.